Leo Lorena
Wyss

Das Archiv der Träume

Welche Erzählungen landen im Archiv, welche vergessen wir lieber? Wie umgehen mit den schmerzhaften Kapiteln der eigenen Lebensgeschichte? Wie eine Geschichte erzählen, für die es keine Vorlage gibt?

Machados Memoir erzählt von der Literaturstudentin Carmen, die sich die Deutungshoheit über ihre von Gewalt und Manipulation geprägte Beziehung zur charismatischen, unberechenbaren 'Frau im Traumhaus' zurückerobert. Spielerisch springt Machado zwischen den Genres, errichtet das Traumhaus ihrer Erinnerung immer wieder neu – als Liebesroman, Beichte, Spionagethriller oder Selbsthilfe-Ratgeber –, um es sogleich wieder einzureißen. Sie räumt auf mit dem Klischee von der queeren Liebesgeschichte als heiler Utopie und schafft einen beeindruckenden Bericht über Gewalt in lesbischen Beziehungen: "Ich trage ins Archiv ein, dass häusliche Gewalt zwischen Partner*innen mit der gleichen Geschlechtsidentität möglich und nicht unüblich ist."

Die Bühnenfassung von Leo Lorena Wyss ist in enger Zusammenarbeit mit Regie und Dramaturgie entstanden.

Die Rechte liegen beim s.fischer Theater Verlag

Romanadaption am Berliner Ensemble

Fotos: Silke Briel

Mit Amelie Willberg, Amal Keller
Regie Jules Head
Bühne Emilia Bongilaj
Kostüme Svenja Kosmalski

Regieassistenz Kathinka Schröder
Dramaturgie Lucien Strauch
Musik Tom Foskett-Barnes
Licht Robert Matysiak

"Ich werfe den Stein meiner Geschichte in eine gewaltige Schlucht und ermittle das Ausmaß der Leere anhand des leisen Aufschlags."

Interview mit Jules Head und Leo Lorena Wyss